Projekt Fertighaus

Neuorientierung: Grundriss spiegeln

...oder: wie treibe ich meinen Berater zum Wahnsinn. :)

Zum Glück sind bei Fertighäusern Änderungen im Grundriss immer noch möglich, so lange die Produktion im Werk noch nicht begonnen hat bzw. der Bauantrag noch nicht gestellt wurde — eine gewisse Geduld beim Berater vorausgesetzt. ;) Wir haben uns nun dazu entschlossen, den Grundriss zu spiegeln: West ist das neue Ost!

Es ist schon erstaunlich, welche Dinge einem erst nach Wochen auffallen: unser Haus sollte nach ursprünglichem Bauplan seinen Eingang auf der Ostseite haben. In der Ostwand hätte sich sonst nur noch ein weiteres Fenster in der Küche befunden, ansonsten wäre außer weißem Putz nicht viel zu sehen gewesen. Das Wohnzimmer und größere Fensterflächen hätten hingegen nach Westen gezeigt. Leider befindet sich auf dieser Gebäudeseite aber ein bis an den Grundstücksrand bebautes Nachbargrundstück, das zudem noch mindestens anderthalb Meter höher liegt als unseres. Der Effekt: aus dem Wohnzimmer heraus hätten wir den Blick auf einen Rasenwall bzw. ein Mäuerchen genießen können, während das Grundstück nach Osten hin sich auf gleicher Höhe befindet und noch dazu direkt mit gepflegtem Rasen anschließt.

Die Änderung bringt auch noch weitere Vorteile mit sich: wir haben nun nur noch wenig Fensterfläche in Richtung Wetterseite (Westen) und damit geringeren Putzaufwand (man wird ja noch hoffen dürfen!). Gleichzeitig können wir morgens die aufgehende Sonne in wesentlich mehr Räumen genießen als bisher; sonderlich viel Abendsonne hätten wir bei der Bebauung des Nachbargrundstückes vermutlich ohnehin nicht abbekommen. Zudem ist die Terrasse nun deutlich offener und sonniger, und man muss auf dem Weg vom Carport zur Haustür nicht das halbe Grundstück überqueren. Das Problem, dass der Auto-Abstellplatz fast die maximal mögliche Entfernung zur Eingangstür einnahm — mit den damit verbundenen Kosten für Beleuchtung und Pflaster — wäre damit auch elegant gelöst. Allerdings hätten wir es schön gefunden, wenn der Architekt uns auf diese Dinge hingewiesen und selbst einen solchen Vorschlag gemacht hätte.

Deshalb der Tipp an alle Hausbauwilligen: schaut lieber noch einmal auf das Grundstück und die Lage der Nachbarhäuser, und verlasst Euch nicht auf den Architekten. Oft lohnen sich Änderungen am Standardgrundriss, die bei Fertighäusern meist kostenfrei möglich sind — aber selbst wenn der Architekt noch einmal einen Aufpreis verlangt, sollte es Euch das wert sein. Auf das Plus an Wohnqualität solltet Ihr keinesfalls verzichten.