Projekt Fertighaus

Bauantrag eingereicht

Das Genehmigungsverfahren für das Fertighaus beginnt

Jetzt füttern wir den Papiertiger: mit der Einreichung der Bauanträge bei den Bauämtern von Gemeinde und Landkreis in Form zwei prall gefüllter Schnellhefter müssen wir nach der Finanzierung die wichtigste Hürde nehmen. Wenn wir Glück haben kann alles ganz schnell gehen, denn das „stille Genehmigungsverfahren“ dauert maximal vier Wochen.

Auf diesen Vorteil wies uns unser Architekt, Herr Neun aus Weilmünster, hin: nach §56 HBO (Hessische Bauordnung) sind Häuser als Neubauten baugenehmigungsfrei, wenn sie im Rahmen eines Bebauungsplanes errichtet werden und keine genehmigungspflichtigen Besonderheiten aufweisen (z.B. Abweichung vom Bebauungsplan, Überbauung). Da für unser Neubaugebiet ein Bebauungsplan existiert, können wir dieses Genehmigungsverfahren nutzen.

Das heißt, dass das Amt den Bauantrag nicht prüfen muss, aber eine Prüfung anordnen kann (wie immer ohne Angabe von Gründen). Dies muss aber innerhalb eines Monats nach Zugang der vollständigen Bauanträge erfolgen, sonst gilt die Baugenehmigung als erteilt und wir können loslegen. Abgesehen von den Bergen an Papier und Plänen, die man einreichen muss, ist das eine erfreulich unkomplizierte Verfahrensweise, und da unser Haus keine Spezialitäten aufweist (außer natürlich, das Schönste im ganzen Baugebiet zu sein ;), machen wir uns wenig Sorgen.

Überhaupt war dieser Schritt eigentlich erfreulich unkompliziert, da die Baugenehmigungsunterlagen komplett vom Architekten erstellt wurden, inklusive des Anschreibens an das Landratsamt (Bauafsicht) und die Gemeinde (Bauamt). Wir mussten die Bauanträge nur noch unterschreiben und die Unterlagen wegschicken. Als größtes Hindernis erwies sich dabei, dass wir keine 1,45 €-Briefmarken mehr im Haus hatten, wir es nicht während der Öffnungszeiten zur Post schafften, der Briefmarkenautomat defekt war und die Antragsunterlagen, als wir endlich die Postwertzeichen ergattert hatten, nicht in den Umschlag passten. Wenn man sonst keine Probleme hat… ;)

Mit dem Bauantrag für unser Frick Haus haben wir übrigens erstmals die kompletten, finalen Pläne bekommen, die nun schon richtig gut aussehen und mit Risszeichnung und Bebauungsplan einen sehr schönen Eindruck vermitteln, in welchem Verhältnis z.B. Carport, Garten und Haus stehen und wie das ganze einmal aussehen wird.

Hier eine Übersicht, welche Unterlagen nach der hessischen Bauordnung (HBO) als Bauantrag an das Landratsamt und die Gemeinde geschickt werden müssen:

  • Mitteilung baugenehmigungsfreier Vorhaben nach §56 HBO (Anschreiben)
  • Liegenschaftsplan
  • Auszug Liegenschaftskataster (hier erfährt man auch, wer die zukünftigen Nachbarn sind, sowie Eckdaten über deren Grundstücke)
  • Höhenplan (erstellt vom Vermessungsbüro)
  • Baupläne (Grundriss)
  • Seitenansichten
  • Schnittzeichnungen
  • Berechnung der baulichen Nutzung (z.B. wieviel Quadratmeter werden für was in Anspruch genommen)
  • Baubeschreibung (Ausstattungsliste des Hauses, insbesondere bezüglich äußerer Merkmale)
  • Haftpflichtversicherung des Architekten bzw. Bauleiters, Meisterbrief
  • Freiflächenplan (wo steht das Haus auf dem Grundstück, Lage des Grundstücks im Umfeld des Baugebiets)
  • Abstandsflächenplan (Nachweis der Einhaltung der erforderlichen 3m zu den Nachbargrundstücken)
  • Nachweis Pkw-/Fahrradstellplätze
  • Nachweis des vorbeugenden Brandschutzes
  • Bruttorauminhalte
  • Wohnflächenberechnung
  • Statistik der Baugenehmigungen (stat. Landesamt)
  • Entwässerungsgrundriss (wo verlaufen welche Rohrleitungen auf dem Grundstück, Lage der Revisionsschächte und ggf. einer Zisterne)
  • Entwässerung Lageskizze (Anschlüsse an die Hauptleitungen unter der Straße)
  • Kanal-/Abwasserinfrastruktur im Baugebiet
  • Berechnung der Entwässerungsanlage (Wassermengen)
  • Nachweis der Geschossigkeit

Ein kleinerer Teil der Bauantragsunterlagen, mehrheitlich die Pläne, werden vom Architekten ebenfalls für die finanzierende Bank, die Bemusterung bei Frick und den Bezirksschornsteinfeger erstellt. Der Schornsteinfeger muss die Planung der Heizungsanlage abnehmen, und das am besten, bevor der Bau beginnt, um nachher Überraschungen zu vermeiden. Interessant ist dabei aber, dass man seit 2013 den Schornsteinfeger selbst frei wählen kann und nicht mehr verpflichtet ist, die Leistungen des Bezirksschornsteinfegers in Anspruch zu nehmen. Ein guter, wenn auch schon etwas älterer Artikel hierzu findet sich im Usinger Anzeiger. Für die initiale Abnahme müssen wir uns aber wohl an den Bezirksschornsteinfeger wenden. Diesen und auch andere Schornsteinfeger findet man unter schornsteinfeger.de.

Als Bauherr erhält man noch einmal die komplette Bauantragsakte mit allen Unterlagen und Plänen. Aus Sicherheitsgründen empfiehlt es sich, diese einzuscannen (leider sind die Pläne alle in DIN A3) — leider bekommt man auch im Jahr 2014 offenbar noch keine digitalen Baupläne. Das ist aber wirklich der einzige Kritikpunkt.

Nun heißt es bis Ende Februar warten, und dann steht auch schon das Gießen der Bodenplatte an.