Projekt Fertighaus

Baubeginn fürs Fertighaus!

Aus Planung wird Realität: das Haus wird aufgestellt

Der frühe Vogel fängt den Wurm: kurz vor 7:00 stehen wir auf der Baustelle. Der Kranwagen ist schon seit nachts um drei vor Ort, und kurz nach uns biegt schon der Montagewagen von Frick Fertighaus um die Ecke. Während die Montage-Crew noch ihre Sachen auslädt, fährt der erste Lkw mit Baustoffen vor.

Wortkarg sind sie, die Mitarbeiter von Frick Haus. Das kann natürlich auch am frühen Montag morgen liegen — und am Wetter: neun Grad, bedeckter Himmel, eisiger Wind, und die Wettervorhersage prophezeit nichts Gutes für den heutigen Tag. Genau das, was man sich als Bauherr für den Tag der Hausaufstellung wünscht. Die Männer in den dunklen Kapuzenpullis ziehen ihre Mützen einfach tiefer in die Stirn und machen sich an die Arbeit, ohne große Worte darüber zu verlieren. Man merkt: es könnte schlimmer sein.

Halfeneisen und Winkeleisen zur Montage der Wandelemente

In die Bodenplatte eingelassene Halfeneisen mit angebrachtem Winkeleisen, das später mit dem Wandelement verbunden wird.

Herr Daßler, der Vorarbeiter, stellt sich kurz vor, bevor er mit seiner Mannschaft den ersten Lkw entlädt: Baustoffe vom Hagebaumarkt; jede Menge Dämmmaterial, OSB-Platten und kleinere Pakete, deren Inhalt wir nicht erkennen können. Die Baustelle füllt sich mit allerlei Utensilien, während der andere Teil des Bautrupps — insgesamt sind es nur sechs Mann — schon einmal die Halfeneisen vorbereitet und die Winkeleisen darin montiert.

Zuvor wird jeder Montagepunkt noch einmal genau vermessen und mit Unterlegplättchen versehen, damit die Wandelemente nachher waaegerecht stehen und kleine Unebenheiten der Bodenplatte ausgeglichen werden.

Bodenplatte vor Montage der Wandelemente

Gleich kommt das erste Wandelement, aber vorher wird die Bodenplatte noch von einem Platzregen geflutet.

Jetzt muss es schnell gehen; der erste Lkw mit kleineren Bauelementen wartet schon. Der Kranführer stapelt sie kunstvoll auf dem Platz vor dem Haus. Gut, dass unser „Garten“ groß genug ist. Die ersten Nachbarn erscheinen im Garten und lassen sich trotz Wind und Kälte auf einen kurzen Plausch ein. Spontan bekommen wir einen Kaffee angeboten und nehmen die Möglichkeit gerne an, um uns aufzuwärmen und für ein paar Minuten aus dem kalten Wind zu kommen. Der Montagetrupp arbeitet unbeirrt weiter, als wären es 20 Grad und Sonne, obwohl zwischendurch ein Schauer niedergeht und die Bodenplatte flutet.

Lkw mit Fertighaus-Wandelementen

Fertighaus auf Reisen: der Tieflader mit unserem Haus. Die weniger sperrigen Elemente kamen in einem separaten Lkw.

Der zweite Lkw rollt vor: ein großer, in der Länge variabler Tieflader, vollgepackt mit Wandelementen und geschmückt mit einer gelben Warnleuchte am Ende. Auf der Autobahn muss das ein beeindruckender Anblick gewesen sein; hier im Wohngebiet mit seinen engen Straßen möchte man lieber nicht hinsehen, wie die Fahrer ihre Fuhre durch die Zufahrten zirkeln. Zum Glück verstehen Fahrer wie Bautrupp ihr Geschäft: in wenigen Minuten stehen die ersten Wandelemente, nach einer Stunde ist die komplette Außenwand im Erdgeschoss bereits fertiggestellt. Beeindruckend!

Setzen einer Außenwand

Eine der ersten Außenwände wird gesetzt

Dabei braucht das Team von Frick Haus pro Wandelement kaum zehn Minuten: sobald der Kran ein Wandbauteil auf die Bodenplatte herabsenkt, wird sie von den Bauleuten zentimetergenau an ihren Platz bugsiert. Den an die Wand getackerten Bauplan beachtet kaum jemand, alles läuft auch so wie ein Uhrwerk.

Steht die Wand auf ihren Abstandsplättchen passgenau an Winkeleisen und den Nachbarwänden, wird im Handumdrehen ein Innenteil der Wand abgeschraubt, die Dämmung herausgenommen und mit drei großen Schrauben die Verbindung zum Nachbarelement hergestellt. Dämmung wieder hinein, OSB-Platte schließen, und das Wandelement mit der Nagelpistole mit den Metallwinkeln verbinden — fertig. Noch etwas Mörtel unter die Wand, um den Spalt zwischen Abdichtungsfolie der Bodenplatte und Wandunterkante zu schließen, und weiter zum nächsten Element. Nach knapp drei Stunden steht das komplette Erdgeschoss. Zwischendurch bekommen wir noch den provisorischen Schlüssel für die Haustür in die Hand gedrückt.

Fertiges Erdgeschoss, als nächstes folgt die Decke

Fast fertig: alle Wandelemente des Erdgeschosses sind an ihrem Platz; jetzt fehlt nur noch die Decke.

Natürlich gibt es immer mal wieder kleinere Probleme; so hat der Kranfahrer sichtlich Mühe, die angehängten Lasten bei dem starken und böigen Wind zu stabiliseren. Während die tiefhängenden Wolken über den Himmel jagen und sich Sonne und Regenschauer abwechseln, kämpft er verbissen mit den Elementen und schrammt ein paar mal haarscharf am Nachbarzaun, dem Dixi-Klo und den im Garten zwischengelagerten Wandelementen vorbei. Entweder der Mann hat einfach ein perfektes Augenmaß, oder… wir entschließen uns für das perfekte Augenmaß und denken lieber nicht weiter darüber nach. :)

Nun geht es nicht mehr ganz so schnell voran: alle Wände werden fest miteinander verbunden und zwei Stahlträger eingesetzt, die bei uns erforderlich sind, weil für zwei Wände im Dachgeschoss ein Pendant im Erdgeschoss fehlt. Um die Stabilität zu wahren, muss also zu härteren Mitteln gegriffen werden.

Dazu passt, dass Herr Daßler plötzlich die Kettensäge auspackt. Mit wenigen gekonnten Handgriffen bearbeitet er damit ein Wandelement nach, damit der Stahlträger perfekt hineinpasst.

Einpassen der Deckenbalken

Einpassen der Deckenbalken. Der Stahlträger stützt eine Wand im Dachgeschoss.

Der Boden unseres Hauses ist immer noch die Abdichtfolie der Bodenplatte, die vor Dreck nur so strotzt. Die ständigen Schauer und der Matsch ringsum sorgen bisher noch für einen wenig wohnlichen Inneneindruck. Mit Staunen stellen wir dafür fest, dass der Boden im Haus noch einmal um einiges Höher sein wird, als gedacht: etwa 16 cm, schätzen wir. Das wird eine Menge Estrich — kein Wunder, dass man vier bis sechs Wochen rechnen muss, bis er ausreichend getrocknet ist.

Nach kurzer Mittagspause schuftet der Bautrupp weiter: die Deckenbalken werden eingezogen, was aufgrund der Anzahl eine ganze Weile dauert. Tiefschwarzer Himmel kündigt inzwischen den nächsten Platzregen an, und wir hoffen, dass vorher die Decke noch geschlossen wird.

Das allerdings passt nicht ganz. Die Decke besteht aus dicken OSB-Platten, die einzeln auf den Deckenbalken verlegt und mit der Druckluft-Nagelpistole festgeschossen werden. Hier muss auch unser Inverter vom Geräteverleih Wetterau passen, der sich bisher als Stromlieferant tapfer geschlagen hat — mit seinen 2kW hat er jedoch keine Chance gegen den Leistungsbedarf des Kompressors. Wir sind extrem dankbar für die hilfreichen Nachbarn, die vorschlagen, einfach ihre Außensteckdose zu verwenden. Ohne Euch wäre heute auf der Baustelle tote Hose gewesen!

Decke zwischen Dachgeschoss und Spitzboden

Sieht aus wie eine große Leiter, ist aber die Deckenkonstruktion zwischen Dachgeschoss und Spitzboden.

So aber arbeitet sich der Trupp Platte um Platte über das Erdgeschoss, bis — einen Schauer später — schließlich alle Räume ein provisorisches Dach haben und die Mannschaft gegen 20:00 wohlverdienten Feierabend machen kann. Während der Arbeit an der Decke haben zwei Mitarbeiter des Bautrupps schon die nächste Deckenkonstruktion vorbereitet, die das Dachgeschoss vom Spitzboden trennen und die Nacht gut gelagert neben der Straße verbringen wird.

Morgen um 7:00 geht es weiter.