Projekt Fertighaus

Richtfest

Nach nur drei Tagen ist unser Fertighaus fast komplett

In Windeseile geht es voran: unser Frick Haus hat bereits Form angenommen — heute werden die Dachlatten auf den Dachsparren angebracht und auch schon das Dach auf einer Seite fast komplett gedeckt. Zeit fürs Richtfest!

Erneut sind der Frick-Bautrupp und Herr Dippel bereits lange an der Arbeit, als wir am Vormittag auf der Baustelle ankommen. Auch unser 10-Kubikmeter-Bauschuttcontainer wurde wie vereinbart geliefert. Leider ist Bauschutt wirklich unangenehm teuer, weil die Deponien horrende Gebühren für die Annahme der wild durchmischten Bauabfälle (Dachziegel, Gipsplatten, Holz, etc.) berechnen. Für unseren Bauschutt-Container zahlen wir pauschal 600 €. Hier den richtigen Anbieter zu finden war nicht einfach, weil die meisten Entsorgungsunternehmen einen Preis pro Tonne berechnen, der irgendwo zwischen 140 und 180 Euro liegt.

Hinzu kommen noch eventuelle Stellgebühren und eine Gebühr, die pro Tag oder Woche nach einer gewissen Zeit (meist nach ein oder zwei Wochen) anfällt. Alles in allem hochgradig undurchsichtig und schwer vergleichbar. Das größte Problem ist, dass niemand sagen kann, wieviel Bauschutt nach Volumen und Gewicht tatsächlich anfallen wird; insofern ist die Wahl des Anbieters und der Containergröße immer ein Glücksspiel. Würde auch ein 7-Kubikmeter-Container genügen?

Anbringen der Traglattung für die Dachziegel auf der Unterdeckbahn.

Anbringen der Dachlattung. Darunter befindet sich die wasserundurchlässige Unterdeckbahn (Alfa Rufol 165), die alleine schon als Rohbau-Regenschutz ausreicht. Aber das war klar: ab jetzt ist schönstes Wetter angesagt.

Da unser Haus ein wenig größer zu sein scheint als das durchschnittliche Fertighaus, bzw. ein komplizierteres Dach hat, was zu mehr Verschnitt bei Dachziegeln und Holz führen wird, haben wir uns vorsorglich für einen 10 m³ Container für unseren Bauschutt entschieden — die unangenehme Überraschung mit dem deutlich größeren Erdaushub ist uns noch in lebhafter Erinnerung. Das Pauschalangebot von 600 € rechnet sich, sobald mehr als 4 Tonnen Bauschutt anfallen. Bei weniger Gewicht sind andere Anbieter zwar günstiger, aber sobald wir über 4 Tonnen liegen, wird es richtig teuer. Die Standgebühr pro Woche fällt mit 10 € moderat aus.

Heute soll außerdem das Richtfest steigen, wozu wir die komplette Straße sowie Freunde und Verwandte eingeladen haben. Um kurz nach zehn kommt der Lkw vom Getränkemarkt und bringt Getränkekästen und Bierbänke; der Partyservice wird am Nachmittag dann noch Gemüsesuppe, Würstchen und Brötchen liefern.

Blick in den geräumigen Spitzboden

Der Spitzboden mit wartenden Dachziegelpaketen. Die lichte Höhe unter dem Firstbalken beträgt stolze 2,10m – damit kann man(n) arbeiten!

Zwischenzeitlich ist auch Herr Pflanz von Frick Haus auf der Baustelle und klärt das Thema mit dem Graben für die Versorger: das Dach auf dieser Seite des Hauses soll möglichst heute noch fertig werden, so dass das Gerüst hier vorübergehend abgebaut werden kann. Dann können sich die Versorger bis zum Mehrspartenanschluss vorgraben und uns hoffentlich bis zum 5.5. mit allem Nötigen versorgen. Wir sind immer noch ein wenig skeptisch, dass das zeitgerecht funktioniert — dass die Koordination hier ein Alptraum ist, durften wir bereits feststellen. Zum Glück wissen wir, dass die Fäden bei Herrn Grün und der Projektbau GmbH zusammenlaufen — müssten wir die Koordination selbst übernehmen, würde das garantiert in die Hose gehen.

Wir klettern in der Zwischenzeit auf den Dachboden und sind begeistert davon, wie viel Platz wir durch die stärkere Dachneigung gewonnen haben: unter dem Dachfirst kann man bei 2,10 m Höhe ganz entspannt stehen und hat auch noch links und rechts mehr als genug Platz für allerlei Krimskrams, der normalerweise im Keller landen würde. Bei diesem Anblick denken wir kurz darüber nach, dass man den Spitzboden fast einmal ausbauen könnte…

Dachkonstruktion Gaube

Sehr schöner Blick auf die Dachbalkenkonstruktion der Gaube, in der das Bad untergebracht ist.

Ein weiterer angenehmer Nebeneffekt: die Zimmer im Dachgeschoss haben sehr viel nutzbaren Raum, da die Dachschrägen durch den Kniestock von 1,10 m ohnehin schon recht hoch angesetzt sind und durch das steile Dach schnell die volle Raumhöhe erreicht wird. Die Investition in eine größere Dachneigung hat sich definitiv gelohnt.

Mittlerweile ist auch hier die Elektroinstallation vorbereitet. Draußen bringt der Bautrupp gerade eine Plane bzw. die Unterdeckbahn auf den Dachbalken an, die absolut wasserdicht ist. Darauf werden dann die Dachlatten befestigt, an denen wiederum die Dachziegel eingehängt werden. Nebenbei werden schon die ersten Dachfenster eingesetzt. Dazwischen führen wir unsere ersten Gäste durchs Haus und versuchen, den Betrieb so wenig wie möglich zu stören.

Richtfest nach nur drei Tagen Aufbauzeit

Das Richtfest krönt den dritten Aufbautag. Die linke Dachseite ist schon vollständig gedeckt.

Kurz nach 18:00 ist es schließlich soweit: Herr Daßler zückt ein Schnapsglas, das ich mit leckerem schwarzwälder Marillenwasser fülle. Damit geht es dann hinaus aufs Gerüst, wo ganz oben schon der Richtkranz wartet (an dieser Stelle herzlichen Dank an Sonjas Blumenladen in Neu-Anspach!). Herr Daßler spricht den Richtspruch (man merkt ihm an, dass er das nicht zum ersten mal macht) und wirft das Schnapsglas mit Schwung in Richtung Erdboden, wo es in tausend Scherben zerspringt. Richtspruch geglückt! :)

Mit Nachbarn, Freunden und Familie sitzen wir noch eine ganze Weile beisammen, bis die letzten Sonnenstrahlen verschwunden sind und es zu kühl wird, um noch länger draußen zu sitzen. Nach diesem langen Tag gehen wir mit dem guten Gefühl nach Hause, mit unserem zukünftigen Zuhause die richtige Entscheidung getroffen zu haben.