Projekt Fertighaus

Nachfinanzierung mit DSL-Bank steht

Trotz aller Kritik: die DSL-Bank lässt uns nicht hängen

In der Vergangenheit hatten wir nicht nur Gutes über die DSL-Bank zu berichten — allerdings muss man der Bank eines lassen: ohne sie und ihre Bereitschaft zu einer Nachfinanzierung würden wir alt aussehen, da ungeplante Kosten den ursprünglichen Finanzierungsrahmen gesprengt haben.Zunächst müssen wir noch einmal festhalten, dass wir uns am Anfang sehr über die DSL-Bank und ihre intelligente Baufinanzierung gefreut haben: die ersten zehn Jahre gibt es ein tilgungsfreies Darlehen, parallel zahlt man in einen Bausparvertrag der BHW ein (beide gehören zur Postbank). Danach sollte der Bausparvertrag so weit sein, dass er zuteilungsreif wird und das DSL-Bank-Darlehen ablösen kann. Für den Häuslebauer bedeutet das eine zunächst niedrigere Belastung (der Bausparvertrag wird nur niedrig bespart; Einzahlungen in beliebiger Höhe sind jederzeit möglich) und die lebenslange Garantie eines festen Zinssatzes; in unserem Falle unter 3% trotz annähernder Vollfinanzierung. All das hat für uns unser Baufinanzierungsexperte Gerald Ay eingefädelt — das sollte sich noch auszahlen.

Bei der Nachfinanzierung führt kein Weg an der kreditgebenden Bank vorbei

Als die ersten Auszahlungen des Kaufpreises um den Jahreswechsel herum sehr holprig liefen, waren wir sehr ernüchtert, zumal die DSL-Bank zwar E-Mails empfängt und auch vorab zugesandte Unterlagen (Rechnungen, Zahlungsabrufe) verarbeitet, aber nie auf E-Mails antwortet. Auch Rückrufe sind nicht das Ding der DSL-Bank. Aber wir dachten: das wird schon; ist die Kohle erst ausgezahlt läuft die Kommunikation nur noch über unser Bankkonto, das wars und alle sind glücklich.

Leider weit gefehlt: damals wussten wir noch nicht, dass das Geld nicht reicht. Und damit landet man sehr schnell in der ausgesprochen unangenehmen Situation, dass man erneut auf sein Kreditinstitut angewiesen ist. Eine andere Bank wäre nie bereit, zu den gleichen/ähnlichen Konditionen mit einer nachrangigen Grundschuld in die Finanzierung einzusteigen. Ein wenig fragten wir uns doch, ob die DSL-Bank nach all der Kritik uns nicht doch mit der kalten Schulter strafen würde.

Dass das Geld ein Problem sein würde, wurde uns spätestens klar, als sicher war, dass nach den Zusatzkosten für den Erdbauer und Sonderausstattungen kein Budget mehr für die Außenanlagen übrig bleiben würde. In einem schönen Haus umgeben von mit allerlei Unkräutern bewachsenen Erdhaufen und einer Matschbahn als Auffahrt zu wohnen, war keine allzu berauschende Perspektive — auch wenn uns ein Gartenbauer versicherte, dass man das erdhaufenbesiedelnde Unkraut essen könne. Natur ist schon etwas Schönes, auch wenn sie unschuldigen Mutterboden innerhalb von zwei Wochen in einen undurchdringlichen Dschungel verwandelt.

Jedenfalls stand fest, dass wir noch einmal 50.000 Euro im Rahmen einer Nachfinanzierung von der DSL-Bank benötigen würden, um den Garten nebst Auffahrt und Carport und weitere kleine Arbeiten fertigzustellen. Da unser Grundstück leichte Hanglage hat, benötigen wir L-Steine in größeren Mengen, und das kostet (darüber berichten wir an einer anderen Stelle). Überhaupt wird einem bei den Kosten für die Außenanlagen schnell schwindelig — über unser Originalbudget von 15.000 Euro haben alle Gartenbauer herzlich gelacht.

Entscheidend für die Nachfinanzierung: die Bewertung der Immobilie durch die Bank

Für die Nachfinanzierung muss die DSL-Bank eine Bewertung des Hauses durchführen und feststellen, ob die Immobilie ein zusätzliches Risiko von 50.000 Euro wert ist, sprich: ob man aus Sicht der Bank davon ausgehen kann, dass man für die Nachfinanzierung auch entsprechende Sicherheiten hat. Leider zählen die Außenanlagen hier nicht — der Gegenwert muss durch das Haus dargestellt werden. Da wir aber durch Sonderausstattungen, die gute Bauausführung und einen Berechnungsfehler bei der Wohnfläche durch den Architekten punkten konnten — und nicht zuletzt durch die steigenden Immobilienpreise — war die DSL-Bank der Meinung, dass wir erneut kreditwürdig sind, wenn auch zu leicht schlechteren Konditionen wie zuvor.

An dieser Stelle kann ich Euch nur die Zusammenarbeit mit einem wirklich guten Finanzberater für Baufinanzierungen empfehlen. Das ganze selbst zu bewerkstelligen wäre für uns schlichtweg unmöglich gewesen, da uns das Fachwissen und die nötige Vernetzung innerhalb eines Konzernverbundes (hier: Postbank) fehlt. Herr Ay hat das ganze bravourös gemanagt, und wir haben das Gefühl, dass die Finanzierungszusage für die Nachfinanzierung nicht unerheblich auch auf seinen Einsatz zurückgeht.

Wieder hieß es, umfangreiche Anträge zu unterschreiben (unglaublich, wie viel man in zehn Monaten vergisst!) und einzureichen. Dann musste noch ein Termin mit einem Gutachter der DSL-Bank vereinbart werden, der die Immobilie vor Ort begutachten sollte — von seinem Urteil würde es abhängen, ob das Häuschen „gut genug“ für den gesteigerten Wert durch die Nachfinanzierung ist.

An dieser Stelle zog sich das ganze wieder DSL-typisch etwas in die Länge, aber unter dem Strich konnte Herr Ay uns dann die ersehnte Botschaft übermitteln: die DSL-Bank macht uns ein Angebot zur Nachfinanzierung. Und dafür sind wir sehr dankbar, da wir unsere privaten Reserven mittlerweile restlos aufgebraucht haben. Das muss man der DSL-Bank lassen: sie mag langsam sein; sie mag auch altmodisch und bisweilen unkommunikativ sein — aber sie lässt uns nicht hängen. Und das ist es am Ende, was zählt.

Will man schnell an das Geld, hilft das Rangattest durch den Notar

Leider ist eine Auszahlung erst dann möglich, wenn die Grundschuld bestellt, also im Grundbuch eingetragen ist. Das dauert je nach Amtsgericht leider eine Weile, so dass wir beim Notar direkt eine Notarbestätigung (ein sogenanntes Rangattest) beauftragt haben. Damit bestätigt der Notar, dass der Eintragung der Grundschuld keine anderen Anträge im Grundbuch im Wege stehen. Der Notar erklärt damit gegenüber der Bank, dass er die Gewähr für die rangrichtige Eintragung übernimmt, so dass die Auszahlung von Beträgen aus der Nachfinanzierung erfolgen kann, bevor die neue Grundschuld ins Grundbuch eingetragen wurde. Natürlich kostet das auch eine Kleinigkeit, da der Notar persönlich zum Amtsgericht fahren und Einsicht ins Grundbuch nehmen muss — in unserem Falle rund 100 Euro. Allerdings ein kleiner Preis, wenn man die Summen bedenkt, an die man sonst nicht herankommt.

Anekdote am Rande: der Bausparvertrag für die Nachfinanzierung hat die sensationell günstige Rate von 2,35% nach Zuteilung. Damit ist er noch einmal deutlich günstiger als der Hauptvertrag und wird uns am längsten erhalten bleiben. :)