Projekt Fertighaus

Der Rasen ist schneller als der Carport

Während das Grün sprießt, kommt der Carport nicht voran

Wir freuen uns über das erste Grün in unserem Garten, das sich dank des milden Wetters schon fleißig ausbreitet (leider handelt es sich dabei aber nicht nur um Rasen). Parallel steigt der Frust darüber, dass es mit dem Carport nicht recht vorangeht.

Gras ist wirklich ein schnell sprießendes Gewächs, aber wir sind entsetzt, dass das Unkraut noch schneller ist. Während die ersten Halme sich in der leichten Brise wiegen, wuchern Disteln, Löwenzahn und anderes namenloses Gestrüpp munter vor sich hin. Vor den Rasenfreuden muss ich also etliche Unkrautjätungsrunden einlegen, wobei „jäten“ etwas irreführend ist — das ganze ist nämlich klassische, langwierige (und im Falle der Disteln auch schmerzhafte) Handarbeit.

Herbstlicher Garten mit Sträuchern und Rasen

Blick in den herbstlichen Garten mit Pflanzen und prächtig gedeihendem Rasen.

Leider gab es kurz nach der Einsaat einige Tage mit sehr viel Regen, so dass die Hälfte aller Rasensamen hinter dem Haus vom Regen fortgewaschen wurden. Zudem ist der Boden so weich, dass man beim Darübergehen einsinkt. Da viele Leute im Laufe der Tage nach der Einsaat im Garten umherlaufen müssen, entsteht auf diese Weise eine leichte Mondlandschaft. Wir ahnen, dass wir uns später noch damit werden herumschlagen müssen — und an einen Mähroboter ist auf diesem Boden sowieso nicht zu denken, es sei denn, er sieht aus wie Curiosity, der Marsrover. Vielleicht sollten wir unseren Garten als Übungsgelände an die NASA verpachten… aber ich schweife ab. :) Wenigstens überdeckt der Rasen nach einer gewissen Zeit gnädig die Unebenheiten.

Weil der Rasen so schön gedeiht, haben wir die örtliche Gärtnerei gleich gebeten, uns einen Vorschlag für die Bepflanzung der Grundstücksränder zu machen (wir sind da leider völlig unkreativ und haben von Pflanzen so gut wie keine Ahnung). Eine profane Hecke kam für uns nicht Frage, da wir uns nicht vor unseren Nachbarn verstecken und eine eintönige grüne Pflanzenmauer errichten wollten. Deshalb fanden wir die Idee, einen bunten Mix an Sträuchern zu setzen, die das ganze Jahr über für abwechslungsreiche Blütenpracht sorgen, perfekt. Innerhalb von nur einer Woche pflanzte die Gärtnerei dann auch alles an — das Resultat seht Ihr auf dem ersten Bild in diesem Beitrag.

Pkw-Stellfläche mit Carport-Fundamenten

Auf dieser Pkw-Stellfläche sollte eigentlich schon längst unser schmucker Doppelcarport mit angeschlossenem Geräteschuppen stehen, aber noch sind nicht einmal die Fundamente fertig.

In Sachen Carport herrscht dagegen große Ernüchterung. Erst kommt der Carport-Hersteller aufgrund eines Inhaberwechsels nicht in die Pötte und liefert verspätet, dann kommt die Gartenbaufirma mit dem Setzen der Fundamente nicht hinterher. Währenddessen liegen die Bauteile unseres Carports im Freien und sind, nur durch eine Plane geschützt, Wind und Feuchtigkeit trotzdem ein Stück weit ausgesetzt. Der Hersteller konnte keinen weißen Carport liefern, und um weitere Verzögerungen zu vermeiden, hatten die Hammerschlag-Leute die Teile trotzdem anliefern lassen — allerdings unbehandelt, so dass sie vor Ort noch mit Schutzfarbe behandelt werden müssen und erst nach dem Winter weiß gestrichen werden können.

Immerhin hatte Hammerschlag die Auffahrt schon gepflastert, so dass wir unsere Autos nicht auf der Straße parken mussten. Allerdings war dieser „Luxus“ mit dem Setzen der Fundamente dann wieder vorbei, da ein Großteil des Ökopflasters wieder herausgenommen werden musste, um Platz für den Bagger und das Streifenfundament zu machen.

Einbetonierte H-Anker für den Carport

Einbetonierte H-Anker für den Carport — leider zunächst an der falschen Stelle.

Leider unterlief dem Bauunternehmen, das bisher tadellose Arbeit* abgeliefert hatte, ein folgenschwerer Planungsfehler. Die Fundamente waren gegossen und die H-Anker des Carports einbetoniert, als uns auffiel, dass die Abstandsmaße zur Straße und zur Grundstücksgrenze nicht stimmten. Beim Nachmessen stellte sich heraus, dass das Fundament um über einen Meter vom Plan abwich, und die Anker noch dazu nicht in der Flucht standen. Also kurzerhand mit dem Gartenbauunternehmen telefoniert — zum Glück sind die Jungs immer gut zu erreichen — und am nächsten Morgen schaute der Juniorchef bei uns vorbei. Einige Momente des Haareraufens und des Nachrechnens bestätigten unseren Verdacht, so dass nur eine Lösung blieb: das Fundament aufbrechen, H-Anker entfernen, neue Löcher graben und die H-Anker neu einbetonieren. All das organisierte das Bauunternehmen Hammerschlag dann ziemlich zeitnah und für uns unkompliziert, aber man konnte ihnen ansehen, dass sie über dieses vermeidbare Missgeschick nicht glücklich waren.

Nun sind die Fundamente an der richtigen Stelle gelegt, allerdings müssen wir nun noch einmal warten, bis alles so weit getrocknet ist, dass das Aufstellen des Carports beginnen kann. Im November und bei eher kühlem Wetter ist das allerdings wieder eine Geduldsprobe. Immerhin: Herr Schröder von den Hammerschlag-Leuten hat uns versprochen, dass der Carport vor dem ersten Schnee fertig ist — und noch hat es ja nicht geschneit. :)